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Parlamentarisches Königreich in Nordeuropa zwischen Nord- und Ostsee, 43 093 km², 5,4 Mio. Einwohner, Hauptstadt Kopenhagen.
Land und Leute
Dänemark ist die Inselbrücke zwischen Mitteleuropa und Skandinavien und hat nur im Süden eine Landgrenze zu Deutschland. 70 Prozent der Landfläche nimmt die Halbinsel Jütland ein, der Rest verteilt sich auf die Hauptinseln Seeland, Fünen, Falster, Lolland und das weit östlich gelegene Bornholm sowie auf über 450 z. T. unbewohnte Eilande, staatlich gehören auch die autonomen Inseln der Färöer und Grönland zu Dänemark, das ansonsten landschaftlich trotz der Zerklüftung recht einheitlich gestaltet ist: flach-welliges fruchtbares Moränenland, Heideflächen, Fördenküste. Das Klima ist mild-maritim, die Bevölkerung ballt sich an der Ostküste Jütlands und im Großraum der Hauptstadt; sie ist homogen dänisch (2 Prozent Deutsche) und – nominell – zu 98 Prozent evangelisch, kaum Analphabeten.
Wirtschaft
Dänemark verfügt über keinerlei Bodenschätze, die hoch entwickelte Industrie ist daher v. a. verarbeitend tätig (Schiffbau, Nahrungsmittel, Brauereien, Möbel u. a.), die Landwirtschaft (v. a. Viehzucht, Milch und Molkereiprodukte) und der Fischfang sind noch wesentliche Wirtschaftsfaktoren; der Fremdenverkehr wächst.
Geschichte
Seit der Jungsteinzeit besiedelt, kann von einem Staat Dänemark erst seit dem 9. Jh. gesprochen werden. Er griff zeitweise bis England und Frankreich aus, engagierte sich aber später v. a. im Ostseeraum und in Skandinavien, das nach der Kalmarer Union von 1397 ein halbes Jh. lang ganz unter dänischer Herrschaft stand. Mit dem Aufstieg Schwedens aber sank die Bedeutung von Dänemark. Bis ins 19. Jh. immerhin noch eine beachtliche europäische Mittelmacht, erlitt das Land durch die erzwungene Allianz mit Napoleon auf dem Wiener Kongress 1815 Verluste und musste nach Konflikt mit Preußen 1864 Schleswig-Holstein abtreten. Das schwächte die Krone und führte zur Durchsetzung des parlamentarischen Systems bis 1901. Dänemark profitierte in der Folgezeit von den Konflikten der Großen, errichtete ein vorbildliches Sozialsystem und konnte nach Neutralität im 1. Weltkrieg 1920 Nordschleswig wiedergewinnen. Im 2. Weltkrieg besetzten 1940 deutsche Truppen das Land, das den Krieg mit ernähren musste. Dennoch gelang nach der Befreiung 1945 ein rascher wirtschaftlicher Aufschwung dank Einbindung in die westeuropäische Integration (1960 EFTA-, 1972 EG-Mitglied).